Montag, 21. Mai 2012


Guten Abend, liebe Freunde,

diese vielen Schlösser hatte ich auf der Brücke über der Salzach in Salzburg entdeckt. In vielen Städten demonstrieren immer mehr Pärchen offiziell ihre Zusammengehörigkeit, in dem sie ein Schloss, mit ihrem
Namen versehen, an ein Brückengeländer ketten. Das heißt: wir wollen für immer zusammen gehören.
Und - vor allem - wir möchten, dass es jeder sehen kann. Welche Bedeutung hat dieses Symbol?
Sich (zwei Menschen, meist  Mann und Frau) versprechen: Liebe forever? Lebt hier etwas noch einmal
auf, was kurz vor dem Zusammenbruch steht. Möchte man/frau hier etwas festhalten, was kurz vor der Auflösung ist? Nämlich Partnerschaften für die Ewigkeit? Ist das noch zeitgemäß? Kann und vor allem - will man - sich für unbestimmte Zeit aneinander binden? "Bis dass der Tod Euch scheidet?"Kann ich
heute wissen, dass ich in ein, zwei, fünf Jahren immer noch konform mit meinem Partner und seinen Ansichten gehe. Verändere ich mich, verändert sich der Partner auch? Mit mir oder in eine gänzlich
andere Richtung? Wer kann das schon wissen.

Kann ich mir sicher sein, dass mein Partner, nur weil wir verheiratet sind, weiterhin zu mir steht und
noch mit mir zusammenleben möchte. Oder tut er es nur aus Verpflichtung heraus? Möchte ich das überhaupt? Würde es nicht wirklich Sinn machen, wenn schon Ehe, dann auf Zeit und - wenn beide
das wollen - die Ehe verlängern? Oder sonst läuft einfach der "Vertrag" aus - Frau Pauli hatte diesen
Vorschlag vor etlichen Jahren angebracht. Sie war wohl ihrer Zeit voraus.
Aber würde das nicht Sinn machen? Keine Scheidungen, keine langwierigen gerichtlichen Aussein-
andersetzungen? Sondern klare Absprachen!

Viele werden jetzt vielleicht einwerfen: Wo bleibt die Romantik? Am Anfang gleich an das mögliche
Ende denken?

Welche Bedeutung hat die Ehe heute noch? Sicherheit? Gibt es die überhaupt? Kann ein Stück Papier mir garantieren, dass mich mein Partner noch liebt oder ich ihn? Gibt es Garantien überhaupt? Im Job,
in den Finanzen? Gesundheitsmässig?

Liebesbeziehungen, Familien, Paare, Zweisamkeiten.....Statistisch gibt es immer mehr Singlehaushalte.
Jede zweite Person lebt bereits alleine. Freiwillig? Manches Mal ja - sicher nicht immer.
Kompromisse eingehen? Wer will das schon noch? Beziehungen für Lebensabschnitte.

Wenn man etwas eintaucht in die Thematik kommt man sehr schnell an die Frage: "Warum will ich genau jenen Partner?" Es gibt so unendlich viele! Aufgrund wessen kommt man zusammen? Literatur darüber gibt es genug! Haben sich zwei Seelen verabredet? Gibt es noch Karma aus vergangenen Leben aufzulösen? Warum habe ich nach der Verliebtheit Probleme mit dem Partner? Je nach Blickwinkel ergibt sich trotz allem immer: "Man hat immer den richtigen Partner!" Ich höre schon den Aufschrei!

Robert Betz, allseits bekannter Psychologe hat es genauso formuliert. Man hat immer den Partner, den
man sich aufgrund der Resonanz angezogen hat, um ein bestimmtes Thema aufzulösen. Klingt nach
Arbeit! Aber leider ist es genauso! Man ist immer mit seinem Partner zusammen, um sich gegenseitig bestimmte Themen zu spiegeln. Leider ist das nicht immer lustig und entspannend, sondern sehr oft
anstrengend und zermürbend. Ohne Partner hätte man es sicher oft viel leichter: man muss keine Kompromisse eingehen, keine Rücksicht nehmen, sich nicht absprechen. Aber - und das steht außer
Zweifel - entwickelt man sich nicht, wenn man alleine mit sich ist....

....dann kommt sicher das Argument: was soll ich machen? Ich möchte schon! Aber es findet sich nicht
der/die Richtige! Dann ist gerade das an der Reihe: Erst mal mit sich alleine klar kommen! Dann kann man sich wieder auf jemanden einlassen.

Die Lebens- und Familienformen wie die Ehe wird es in spätestens 20 Jahren nicht mehr geben!
Das uns von der Kirche aufoktruierte Modell der Zweisamkeit, sprich Ehe, ist nicht das, was Menschen
wirklich zufrieden leben lässt. Wenn man das Buch" Warum Männer nicht zuhören und Frauen nicht einparken" gelesen hat, stellt sich spätestens danach die Frage, wie Mann und Frau harmonisch unter einem Dach leben sollen, wo sie doch so unterschiedlich "ticken".

In seinem Buch "Zersägt Eure Doppelbetten" lässt Robert Betz Antworten aus der jenseitigen Welt auf
Fragen zu der Beziehung heute stellen. Der Tenor dieses Buches ist: Es ist für beide Geschlechter besser,
den Großteil des Tages und der Nacht mit dem gleichen Geschlecht zu verbringen. Es wäre auch nicht gut, wenn Mann und Frau im gemeinsamen Bett schlafen.

Das hört sich sicher für die meisten noch sehr provokant an, scheint aber, wenn man die vielen Singles
sieht, sich irgendwie langsam aber sicher zu etablieren. Es gibt Völker, da leben die Frauen in der Gemeinschaft mit den Kindern und die Männer in ihrem Kreis. Wenn die Jungen geschlechtsreif werden, nehmen sie die Männer mit auf die Jagd.....ich glaube nicht, dass diese Menschen den Stress in ihren Beziehungen haben, wie wir! Es gilt langsam ein Umdenken....viele Frauen jenseits der 50 "brauchen" keinen Mann mehr. Frau ist selbständig, das Thema Kinder hat sich erledigt. Wozu also das tägliche
Gerangel um Abwasch, Müll rausbringen, einkaufen etc.?

Frau kann sich gut um sich kümmern! Männer können das auch, wenn man sie lässt. Männer sind eh die besseren Köche.....also verhungern tun sie auch nicht, wenn sie sich alleine versorgen.

Es zählt immer mehr Qualität in der Beziehung statt Quantität. Leiden die Kinder, falls vorhanden, tatsächlich, wenn Mama und Papa nicht jeden Tag zusammen sind. Fühlen sie sich nicht vielleicht sogar wohler, wenn jeder alleine zufriedener ist....

In diesem Sinne - freuen wir uns auf die kommende Zeit - es ist und bleibt spannend!!!

Herzlichst
Eure Petra


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