Freitag, 16. November 2012


Liebe Freunde,

diese tristen Tage sind eine Herausforderung für die meisten von uns! Wenn die Sonne im Außen fehlt, sind wir aufgefordert, sie in uns leuchten zu lassen!

Dieses Stilleben der Steine ist vor ein paar Tagen bei einer lieben Freundin im Garten aufgenommen worden....jeder Stein sieht ganz anders aus - eben individuell. Genauso wie wir Menschen - jede/jeder von uns ist so einzigartig in seinem Aussehen, seinem Wesen, seinem Denken, Fühlen, seiner Bestimmung.

Warum ist das so? Weil wir alle andere Vorraussetzungen haben, um unser Sosein zu leben! Die einen waren privilegiert, in einem wohlhabenden Elternhaus aufzuwachsen, bekamen Klavierunterricht und konnten alle Angebote von Sport über Kreativität ausprobieren. Anderen wurde fast gar nichts angeboten und wenn ein Wunsch geäußert wurde, z.B. Klavier spielen zu lernen, wurde er lapidar abgelehnt mit den Worten: "Du hälst je eh nichts durch!" Wie diese Aussage zustande kam, kann heute nicht mehr nachvollzogen geschweige denn überprüft werden, ob es irgendeine Grundlage dafür gab.

Sehr wahrscheinlich war dies einfach so hingesagt worden ohne darüber nachzudenken, was dies in einem Kind auslösen kann. Ein Glaubenssatz hat sich gebildet: ICH bringe nichts zu Ende! Verhängnisvoll - und dann wundern sich vielleicht die Eltern, dass das Kind auch weiterhin nichts zu Ende bringt....!
So gestaltet sich unser aller Leben! Es werden Tatsachen "geschaffen", die wir nicht in Frage stellen. Wenn die Eltern, die in unseren kindlichen Augen ja wie Halbgötter sind, so etwas sagen, dann wird es schon stimmen.

Und weil wir alle andere Eltern, oder bei Geschwistern zwar gemeinsame Eltern haben, die sich jedoch immer in einer anderen Lebens- und Entwicklungssituation befinden, wird jeder Mensch durch andere Worte und Geisteshaltungen beeinflusst. Deshalb denkt jeder Mensch anders, was sich in seinem Gesicht und in seiner Körperstatur auswirkt.

Das interessante an unserer "Andersartigkeit" ist einerseits vielfältig, bringt uns aber immer wieder im Zusammensein mit anderen an unsere Grenzen. Denn wenn es in jedem Menschen "völlig" anders denkt, muss man sich nicht wundern, dass es so viele Kriege gab und leider noch gibt. Denn jeder Mensch ist ja überzeugt, dass das, was es in ihm denkt und seine Überzeugungen geprägt hat, richtig ist und vertritt seine Meinung mehr oder weniger vehement.

Wenn uns "bewusst" ist, warum das so ist, können wir anders Denkenden viel mehr Gelassenheit entgegen bringen. Was aber, wenn es uns bewusst ist, dass wir durch unsere Überzeugungen und unseren Glauben an etwas, uns selbst massiv begrenzen und einschränken?  Dann sind wir schon weit fortgeschritten. Denn Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Veränderung!

Es gibt angeblich viele "Techniken" Glaubenssätze aufzulösen. Eine davon ist, alle aufzuschreiben und
dann das erwünschte Gegenteil dazu zu setzen: z.B. "Ich bringe nichts zu Ende - ich führe alles zu Ende, wenn ich fühle, dass es gut für mich ist." Denn, alles in jedem Fall zu Ende zu bringen, kann genauso ein Fallstrick des Lebens sein. Denn es gibt genug Menschen, die "verbissen" an etwas festhalten, also im Umkehrschluss zu dem oben erwähnten Satz der Eltern, die es beweisen wollen, dass sie sehr wohl etwas bis zum Ende durchhalten. Das kann eine ungeliebte Ausbildung, ein ungeliebtes Studium sein, das "zu Ende geführt wird" auf Biegen und Brechen.

Diese Person traut sich - obwohl sie tief im innersten "weiß", dass sie damit nicht glücklich ist, die begonnene Ausbildung nicht abbrechen, nur um sich nicht wieder nachsagen zu lassen, dass sie ja doch nichts durchhält. Fatal, wenn es soweit geht, bis die Gesundheit daran glauben muss, wie bei einer Freundin, deren Tochter "verbissen" ein Studium der Zahnmedizin durchzog, obwohl ein Teil in ihr wusste, dass dies nicht das richtige für sie ist. Erst ein Burnout brachte den Stopp.

Da dies alles im Unbewussten wirkt, ist es sehr schwer, an die Ursachen zu kommen. In einem Buch, das ich zuletzt las, wurde eine "Methode" vorgestellt, die sehr sicher alte, unerwünschte Glaubenssätze eliminieren soll. Da wird erwähnt, man solle in den Theta-Zustand gehen und den "Befehl" aussprechen, dass dieser oder jener Glaubenssatz sich auflösen möge und statt dessen eine erwünschte Überzeugung an deren Stelle treten soll.

Ich selbst bin gerade am üben, da man dies aber öfters als einmal tun muss, dauert es natürlich ein bisschen. Wenn ich durchschlagende Erfolge habe, werde ich davon berichten.

Wenn sich körperliche Symptome zeigen, bedeutet das immer, dass wir Dinge tun, bei denen wir spüren, dass sie nicht gut für uns sind. Aber der innere Kritiker weiß ja immer alles besser und redet unaufhörlich auf uns ein: "Ich muss das zu Ende bringen", "Was sagen den die Eltern, die Freunde, die Nachbarn, wenn ich "einfach" aufhöre?"

Sehr schön wird dies in dem Film von Dan Milman gezeigt: "Der Pfad des friedvollen Kriegers". Das
Buch ist schon über 10 Jahre alt, nach dem der Film nach einer wahren Begebenheit gedreht wurde.

Da geht es um einen jungen, ehrgeizigen Turner, der verbissen jeden Tag aufs härteste trainiert, nur um eine Goldmedaille zu bekommen. Er schindet sich und seinen Körper bis aufs äußerste. Da begegnet ihm, als er nachts nach einem Albtraum schweiß gebadet aufwacht und dann zu einer nahegelegenen Tankstelle ging, um sich etwas zu essen  zu holen, ein alter Mann, der ihm sehr ungewöhnliche Fragen stellte und oft sehr eigenartige Dinge tat. Dan nannte ihn Sokrates und fühlte sich immer wieder zu ihm hingezogen, obwohl der Alte oft mürrisch war und nicht auf seine Sorgen einging. Ein schöner, spiritueller Film, der einem zeigt, dass, wenn wir immer auf unseren inneren Antreiber hören und nicht im Hier und Jetzt sind, uns das wahre Leben entgeht."

Wir sind also immer wieder aufgefordert, unsere Handlungen zu überprüfen dahingehend, ob das, was wir gerade tun, für uns stimmig ist.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein wunderschönes Wochenende!
Herzlichst
Petra



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