Freitag, 18. Januar 2013


Liebe Freunde,

ich grüße Euch aus dem verschneiten Nürnberg! Nach Weihnachten sind die meisten Menschen nicht mehr so begeistert, wenn Schnee fällt.....es hat aber etwas ruhiges, sauberes, wenn man in die Landschaft schaut.

Der Januar ist für die meisten Menschen eine Herausforderung, immer noch dunkel, kalt und das Frühjahr ist noch nicht wirklich in Sicht!

Wir hatten Gott sei Dank diese Woche öfters einmal Sonnenschein, was die Stimmung schon deutlich erhellt.

Noch immer habe ich das Empfinden, dass die Zeit "still steht". Dass das nicht nur mir so geht, habe ich in einer Info dieser Tage erhalten. Es tut sich sicher etwas, aber wir können es halt noch nicht erkennen.

Es kommen bei den meisten Menschen verstärkt Themen hoch, die nun nicht mehr verdrängt werden können. Meistens im privaten Bereich - es kochen Emotionen, die jahrelang unterdrückt wurden. Niemand kann mehr "wegschauen"- alte, schon als abgehakte Themen abgelegt, sind plötzlich wieder an der Oberfläche.

Was können wir tun, um diese nun endlich aufzulösen? Wieder heißt es: anschauen, nicht wegschauen.
Kommt ein ungutes Gefühl hoch, gilt es, dies anzunehmen und zu "durch fühlen", damit es "gehen" kann. Alle haben wir Angst vor solchen Gefühlen und lenken uns in der Regel ganz schnell ab.

Aber, wenn das Gefühl nicht noch einmal bejahend durchlebt wird, bleibt es in unserem Körpersystem und meldet sich immer, immer wieder. Genauso, wie wenn wir einen Ball unter Wasser halten wollen, der "Ball"  (das Gefühl) bringt sich immer wieder in Erinnerung und zeigt sich so oft, bis wir es liebend, annehmend gefühlt haben. Das dass nicht immer leicht ist und wir uns davor "drücken" wollen, ist ein menschlicher Umstand. Wir wollen uns einfach unseren unguten Gefühlen nicht stellen.
Manche Menschen machen dies so ihr ganzes Leben und denken: Das ist halt so, das kann man nicht ändern.

Es gibt, wie ich in anderen Beiträgen schon erwähnt habe, mehrere Möglichkeiten, um solche Situationen zu unterstützten:

- EFT  (bei akuten Situationen klopfen)
- der Healing-Code nach Alex Boyd (über einen längeren Zeitraum anzuwenden)
- hinsetzen und in das Gefühl und den Schmerz atmen

Bei all dem gilt: Wir müssen es nur tun!!!

Ich stehe hier aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Ich bin genauso jedes Mal gefordert, mich dem  zu stellen. Der Mensch ist bequem - er braucht den Schmerz, den Druck etwas zu tun. Ohne Druck machen wir nichts, da schleicht sich wieder der Schlendrian ein, bis es wieder "weh" tut.

Eine möglich Erklärung könnte sein, dass wir Menschen jeden Tag in etwa dasselbe tun, ob es uns gut tut oder nicht. Weil wir es so gewohnt sind. Um ein neues Verhalten zu integrieren, das heißt, dass sich neue Nervenbahnen bilden und etwas zur "Gewohnheit" wird, müssen wir Dinge, Rituale täglich mindestens 21 Tage am Stück machen oder noch besser 40 Tage. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass es dann einem leichter fällt und irgendwann so im Unterbewusstsein abgespeichert wird, wie das Autofahren. Am Anfang des Autofahrens mussten wir auf so viele Dinge achten und konnten uns nicht vorstellen, dass uns dies einmal in Fleisch und Blut übergeht. Übung macht den Meister gilt nicht nur, um ein Musikinstrument zu erlernen, sondern auch um neue Gewohnheiten ins "Programm aufzunehmen".

Es gibt viele gute Bücher zu dem Thema: Wie verändere ich mein Leben zum positiven! Auf eines möchte ich gerne hinweisen, es ist von Melody Beattie: Liebe was du hast, dann bekommst du, was du willst.
http://www.amazon.de/Liebe-hast-dann-bekommst-willst/dp/3426876167

Da wird genau auf dieses Thema eingegangen. Wir wollen all unsere unangenehmen, unerwünschten, negativen Gefühle, Empfindungen, die wir einem bestimmten Thema gegenüber haben, nicht anschauen. Wir verdrängen ganz schnell Empfindungen wie Neid, Ängste jeder Art (vor der Zukunft allgemein, vor Krankheiten, vor dem Verlust des Partners oder des Jobs) oder auch Ressentiments ganz allgemein gegen die Schulmedizin, gegen die Regierung, gegen ein bestimmtes Land oder bestimmte Menschen.

Und genau da fängt das Dilemma an: In dem Moment, wo wir spüren, wir haben eine Abneigung (man kann das Gefühl, das dabei auftaucht, gar nicht immer genau festmachen) gegen irgendetwas, also schlicht gesagt Widerstand, verurteilen wir uns unbewusst, weil wir solche Empfindungen ja nicht haben sollten. Wir sollten keinen Neid verspüren, keine Eifersucht, keine Angst. Wenn das Gefühl aber schon da ist, dann "müssen" wir es annehmen, uns bleibt nichts anderes übrig. Denn - es ist ja bereits da. Und da genau setzt unser größtes Problem ein: Wir wollen es aber nicht, eben weil es sich nicht gut anfühlt. Melody beschreibt in ihrem Buch, dass sie begonnen hat, täglich 10 Minuten aufzuschreiben, wofür sie dankbar ist - nämlich für ihre unguten Gefühle.

Aber - und das ist das markante und wichtige Detail: Nicht nur das, wofür wir leicht dankbar sein können: Unsere gemütliche Wohnung, unsere tollen Kinder und der Erfolg im Beruf. Nein  - wir sollen uns auch für die Gefühle bedanken, die wir genau nicht mögen.

Man schreibt dann auf einen Zettel, ein Notizbuch: Heute bin ich dankbar für:

- die immer wiederkehrenden Ängste, meinen Job zu verlieren
- meine neidvollen Gefühle, weil die Kollegin sich öfters neue Klamotten leisten kann
- weil ich wieder, obwohl ich es doch nicht wollte, mein Kind angepflaumt habe und mich dafür    schäme...
- meine unguten Gefühle, wenn ich an die Schwiegermutter, die Nachbarin, den Kollegen etc. denke

Alles Beispiele, die so ähnlich aussehen könnten. In dem Buch sind hinten etliche Listen, damit man weiß, was genau gemeint ist und was man alles schreiben soll und darf.

Dies sollte man 40 Tage an einem Stück durchführen. Es gibt Tage, da fühlen sich die Gefühle flau an und man ist nicht wirklich erbost über gewisse Umstände. An anderen Tagen sprudelt es nur so aus einem heraus. Wenn einem tagsüber etwas einfällt, ergänzt man es.

Das Ziel dieses Aufschreibens ist, die unbemerkt ablaufenden Gedanken ins Bewusstsein zu holen und auch dafür dankbar sein zu können. Und das wichtige dabei: Sich NICHT für all diese Gefühle zu verurteilen, sondern sie anzunehmen. Solche Gefühle sind ein Teil des Mensch-SEINS und die hat jeder - ausnahmslos. Problematisch wird es eben, wenn wir diese nicht sehen wollen. Das ist der erste Schritt, um sich selbst zu lieben. Denn wenn ich mich nicht mit meinen auch - von mir nicht erwünschten und gewollten - negativen Gefühlen annehmen kann, wie kann ich dann aus ganzem Herzen JA zu mir sagen.

In dem Buch wird empfohlen, dies gemeinsam mit einem Partner durch zu führen. Dies kann ein Freund, eine Freundin, sein. Jedenfalls jemand, dem man all seine unguten Gefühle anvertrauen kann, ohne Angst zu haben, dass dieses Öffnen gegen einen verwendet wird. Dies ist als Kontrolle gedacht, sich dies gegenseitig als Mail zu schreiben, dass man es auch wirklich tut.

Es ist sicher nicht für jeden Menschen einfach, jemanden zu finden, denn in den allermeisten Fällen werden wir es eben nicht mit unserem Lebenspartner machen zu wollen. Denn wenn dieser lesen würde, dass einen dieser oder jene Umstand ungute Gefühle kriegen lässt und es hat eben mit einem selbst zu tun, ist es nicht so einfach, darüber zu stehen. Aber man kann diese Liste auch nur für sich alleine führen!

Ich mache dies seit 1. Dezember und es hat sich schon zur Gewohnheit entwickelt - das ist ja gewünscht. Im Grunde sollte man es immer tun, denn es werden jeden Tag immer wieder neue Gefühle, Aversionen auftauchen. Es darf aber auch immer wieder jeden Tag das gleiche geschrieben werden, wenn es einen eben beschäftigt.

Probiert es einfach aus: Es kostet, außer der Überwindung, es zu tun, nichts und kann laut Autorin ganz viel bewirken.

Ich wünsche Euch von Herzen eine entspannte, ruhige, friedliche Zeit mit Liebe im Herzen!


 lichst Petra







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